Was ist Ayurveda?

Der Begriff Ayurveda setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

Ayus (Leben oder eine möglichst lange, auf allen Ebenen erfüllte Lebensspanne) und Veda (Wissen, omnivalente Weisheit) und kann somit als das Wissen vom (langen) Leben übersetzt werden.

Da wichtigste Anliegen des Ayurveda ist es, die Gesundheit der Gesunden zu erhalten und die Krankheiten der Kranken zu heilen.

Ayurveda definiert sich selbst wie folgt: Gutes und schlechtes Leben; glückliches und unglückliches Leben; das was dem Leben abträglich ist; das Maß des Lebens und seiner Komponenten und das Leben selbst - wo all dies erklärt wird, das nennt man AYURVEDA.

Das menschliche Leben wird als eine Einheit von Körper, Geist und Seele verstanden. Ohne die Seele kann es keine bewusste Existenz von Geist und Körper geben. Diese drei Ebenen stützen sich gegenseitig und sind voneinander abhängig. Den Körper kann man als den inaktiven unbewussten, den Geist als aktiven und unbewussten und die Seele als den aktiven und bewussten Teil beschreiben. Zusammen bilden sie die Basis des Lebens.

Ayurveda wurde nicht für einen begrenzten Personenkreis oder ein bestimmtes Zeitalter erfunden, sondern ist für alle Menschen und jede Zeit gültig.

Es heißt, Ayurveda ist so alt wie die Menschheit selber. Er sammelt alle jene Erfahrungen, die Menschheit mit der Beseitigung von Leid und Schmerzen gemacht hat und fasst sie in einer abgerundeten Lehre exakt zusammen. Diese wiederum wurde über Jahrtausende mündlich und schriftlich überliefert. Die intensive Beschäftigung mit diesem Weltbild ist wichtig für das Verständnis aller Aspekte des AYURVEDA.

Sie bilden die substantielle Grundlage aller geformten Phänomene im Universum. Weil sie für den Aufbau sowhl des Menschen als auch seiner Umwelt grundlegend sind, kann es zu einem Austausch kommen: Der Mensch nimmt die ihm fehlenden Nahrungsstoffe und Medikamente aus seiner Umwelt auf und gibt alle überflüssigen Abfallprodukte an diese wieder ab.

Die fünf Elemente manifestieren sich im menschlichen Körper als bio-physikalische Wirkungsprinzipien und werden als Dosas bezeichnet: VATA setzt sich aus Aether und Luft zusammen, PITTA aus Feuer und Wasser und KAPHA aus Wasser und Erde.

Die Kommunikation zwischen Geist und Körper ist nicht einfach, weil der Körper grobstofflich un der Geist feinstofflich ist. Es bedarf daher eines vermittelnden Prinzips zwischen Geist und Körper, der Bioenergien.

Dosas enthalten sowohl feinstoffliche als auch grobstoffliche Qualitäten. Sie haben sozusagen zwei Endungen, eine in Richtung des Körpers, eine in Richtung des Geistes.

Die Verbindung von Anatomie, Physiologie und Psychologie, die für westliches Denken nur schwer zu erfassen ist, wird im AYURVEDA mit Hilfe der Dosas hergestellt.

Metapher
Die Sinnesorgane sind wie Pferde, die Kutsche wie der Körper, der Besitzer der Kutsche ist wie die Seele, der Kutscher ist wie der Geist und die Zügel sind wie Intelligenz und Weisheit. Der Kutscher (Geist) muss trainiert werden.

Obwohl alle Menschen aus den selben Eigenschaften bestehen, treten diese individuell in unterschiedlicher Gewichtung auf. Zur Förderung von Gesundheit und zur Behandlung von Krankheit muss auf diese Individualität Rücksicht genommen werden.

Die Konstitution ist als unser persönliches Gepräge, eine Anlage von Reaktions- und Erkrankungsmustern. Sie wandelt sich im Laufe unseres Lebens nicht, sie kann höchstens von Störungen überschattet sein.

Körperliche Erkrankungen entstehen gemäß AYURVEDA bei

a) übermäßiger, falscher oder mangelnder Tätigkeit des Körpers, des Geistes oder der Rede (!),

b) übermäßigem, falschem oder mangelhaftem Gebrauch der Sinne und/oder

c) übermäßiger, falscher oder mangelnder Ausprägung der Qualitäten der Jahreszeit.

Mentale Störungen entstehen bei

a) exzessivem, falschem oder keinem Gebrauch der Sinne.

Die Bioenergien lassen sich definieren als Prinzipien, die in der Lage sind, bestimmte Eigenschaften und Funktionen im Körper hervorzurufen. Diese Veränderungen können positiv oder negativ sein. Bioenergien im Normalzustand rufen positive Veränderungen hervor, sind sie jedoch gestört, verursachen sie Krankheiten.

Gesundheitserhaltende Maßnahmen sind

  1. tägliche Routinemaßnahmen (zum Beispiel Reinigungs-Rituale)
  2. eine den Jahreszeiten gemäße, gesunde Ernährung
  3. auf die Konstitution abgestimmte Ernährung
  4. Alterungs-vorbeugende Anwendungen und Strategien

Bei klinischen Befunden:

  1. die gestörten Bioenergien werden aufgeweicht, mobilisiert, an ihren ursprünglichen Sitz im Gastrointestionaltrakt zurückgeführt und mittels fünf ausleitenden Verfahren aus dem Körper eliminiert.
  2. Abgabe von Medikamenten
  3. Ernährungsregeln festlegen